Entgraten
Beim Druckgießen von geschmolzenem Metall kann es bei bestimmten Formen zu sogenannten Graten oder Überschüssen in der Trennebene der Form kommen. Dieser übergelaufene Werkstoff zeigt sich anschließend auf der Oberfläche des Gussteils als unerwünschter Grat oder als größere Ansammlung von Material (Anguss).
Die Wahl des geeigneten Entgratungsverfahrens richtet sich nach der Größe und der Lage des Überschusses. Zu den gängigen mechanischen Entgratungsverfahren zählen unter anderem:
• thermisches Entgraten (TEM-Verfahren)
• Abschneidepresse
• Gleitschleifen
• Strahlen
Bei Angüssen, die beispielsweise in Durchdringungen von Bohrungen oder an schwer zugänglichen Stellen des Gussteils entstehen – wo mechanische, strahltechnische oder gleitschleifende Verfahren kein zufriedenstellendes Ergebnis liefern – wird das thermische Entgraten eingesetzt.
Diese Methode funktioniert nach dem Prinzip der Verbrennung – das Material an den Graten wird in einer Gaskammer, die mit einem Sauerstoff-Methan-Gemisch gefüllt ist, verbrannt bzw. verdampft. Der Prozess des thermischen Entgratens nutzt die kontrollierte Verbrennung von Methan in einer Druckkammer zur effektiven Entfernung der Grate.